Freie Waldorfschule Wetterau

Im August 2008 führte die Schule das Fach „Praktische Naturkunde“ ein. Hier bekamen 65 Schüler die Gelegenheit, ein ganzes Jahr lang, jeweils 1,5 Wochenstunden das Schulhofgelände und die Umgebung der Schule intensiv kennen zulernen und zu erforschen. Dabei bot sich das Projekt „Schulhofdschungel“ an, einmal alle auf dem Schulgelände vorkommenden Tiere und Pflanzen bewusst wahrzunehmen, sie zu erfassen und zu dokumentieren.
Die Schule besitzt bereits ein großes biotopreiches Gelände. Für eine umfassende Bestandsaufnahme wurden 12 Forscherteams gebildet, die jeweils einen Bereich untersuchten. Für die Bestimmung der Tier- und Pflanzenarten wurde im Gartenhaus eine Forschungsstation mit allerlei Literatur und Bildkarten zum Schmökern eingerichtet. Mit der Pflanzenvielfalt beschäftigten sich die Schüler auf eine recht spielerische Art und Weise: sie priesen die gefundenen Pflanzen mit all ihren Eigenschaften (Heilwirkung) auf einer großen Auktion einem „Außerirdischen“ an. Die Beobachtungen der Schüler weiteten sich auf die Entdeckung der verschiedenen Bodenarten aus. Neben der Wissensvermittlung dazu schufen die Schüler künstlerisch kreative Formen aus Lehm, die sie mit selbst hergestellter Naturfarbe vollendeten.
Alle sechs Wochen trafen sich Eltern und Schüler zum Gartentag auf dem Schulhof. In mehreren Arbeitsschritten wandeln sie das Schulhofgelände in einen naturnahen Garten für um. Sie gestalteten gemeinsam eine Stützmauer, begrünten die Fassade mit einer Kletterrose und entsiegelten den Schulhof. Einige Drittklässlern übten sich sogar darin, selbst einen Pfahlbau mit Lehmwänden zu bauen. Weiterhin findet man auf dem Schulgelände einen Teich, einen Brunnen, ein Bienenhaus und eine Apfelpresse. Ein eigener üppiger Schulgarten mit Gewächshaus und dem Gartenbauhaus – liebevoll „unser grünes Klassenzimmer" genannt – runden das Bild eines Schulgeländes ab, auf dem sich die Kinder spielerisch aber auch ernsthaft der sie umgebenden Natur nähern können.